Wie Waffengewalt

Wenn jemand mit einer Waffe bedroht wird, dann wundert sich niemand, wenn er zur Notwehr ansetzt. Couragierte Menschen eilen herbei und helfen dem bedrohten Menschen und stellen den Bewaffneten.

Es ist also legitim, dass Menschen, die durch andere Menschen bedroht sind, Unterstützung erhalten. Ebenso ist es legitim, die Menschen, von denen Gefahr ausgeht, in die Schranken zu weisen und sie daran zu hindern, anderen zu schaden.

In den letzten zwei Jahrhunderten haben wir uns als Gesellschaft aber daran gewöhnt, das Leben von Menschen zu bedrohen:

Statt daran etwas zu verändern, machen wir als westliche Gesellschaft von unserem Gewohnheitsrecht gebrauch. Wir sagen: „Das heben wir schon immer so gemacht!“, „Willst Du mir keinen Spaß mehr gönnen?“, oder „Von Gemüse werde ich nicht satt!“. Menschen, die das anmahnen oder couragiert handeln, werden als Träumer, Idealisten, linksgrünversiffte Gutmenschen oder weltfremde beschimpft.

Weiter scheinen Verbote abwegig, unfair und freiheitseinschränkend. Wirksame Alternativen zu Verboten, wie die gesetzlich veranlasste Verteuerung zerstörerischen Handelns, wie ein CO2-Preis, werden vehement abgewehrt oder auf wirkungslose Beträge „runtergehandelt“.

Dabei würde so etwas verdeutlichen, welche unserer Aktivitäten zerstörerisch sind und welche nicht und uns vor Augen führen, was wir tun. Dieses Potential wird wegdiskutiert, mit dem Argument, diese Mittel seien Einschränkungen oder Bestrafungen.

Nochmal zurück zum Beispiel oben: wir lehnen eine Verteuerung von Patronenkugeln ab, weil sie unsere Freiheit, billig zu schießen, reduziert. Und ein Waffenverbot lehnen wir erst Recht ab, weil wir für den Gebrauch bestraft werden würden?


Natürlich ist die Realität komplexer als dieses Beispiel. Aber das bedeutet nicht, dass die dargestellte Bedrohung weniger echt ist. Angenommen, Verbote oder Versteuerung von zerstörerischen Aktivitäten würden kommen, dann würde das sicherlich nicht die Menschheit oder Menschlichkeit gefährden, und auch nicht unseren Wohlstand.

Aber wenn wir das das Machbare nicht tun, dann wird uns die zerstörerische Gewalt unseres Handelns wie ein Boomerang treffen. Das zerstört die Gesellschaft, die Zivilisation und die Menschheit.

Die meisten Menschen wissen ganz genau, was eigentlich richtig wäre. Wir haben ein Gespür dafür, ob wir in einer bestimmten Situation hinter der Waffe stehen oder couragierte Helfer sind. Und wer wir gerne wären.

Aber vielen fehlt es an Mut und Ausdauer, so zu werden. Genau wie wenn ein Mensch bedroht wird, aber alle nur gaffen und niemand zu Hilfe eilt.

Gebt Euch einen Ruck, liebe Menschen! Hinterfragt euer tun und findet Alternativen. Noch ist es nicht zu spät.