Geoengineering versus Vorsorge

Im letzten Beitrag, über die Unsichtbarkeit vermiedener Probleme, habe ich davon gesprochen, dass vorsorgliche Maßnahmen deshalb unpopulär sind, weil man die vermiedenen Probleme gar nicht sehen kann.

Wenn also ein Gesetz den Klimawandel stoppen sollte, findet der Klimawandel ja nicht mehr statt. Aber wir können dann nicht nachvollziehen, ob es an dem Gesetz lag oder der Klimawandel sowieso nicht fortgeschritten wäre.

In der Entscheidungsfindung werden die Gesetze mit ihren möglichen Risiken oder Nachteilen abgewogen. Klar, dass Vorsorge da immer den kürzen zieht.

Nun gibt es ja auch Ideen, wie man die „Welt retten“ könnte, wenn der Klimawandel schon fortgeschritten ist. Nämlich durch Maßnahmen, die die Erde wieder abkühlen. Man nennt diese Maßnahmen auch Geoengineering.

Die Ideen reichen von Partikeln, die von Flugzeugen in die Atmosphäre gesprüht werden, damit diese die Sonne abdunkeln, bis zu Ideen, die Meeresströmungen künstlich zu verändern, damit die Meere mehr CO2 aufnehmen. Oder man könnte Vulkanausbrüche künstlich auslösen, die dann Partikel in die Atmosphäre blasen, welche für einen abkühlenden Effekt sorgen.

Diese Lösungen klingen einigermaßen attraktiv für manche, sodass heute schon in die Forschung und in Firmen Geld investiert wird. Unter anderem der Klimawandelleugner Donald Trump tut es.
(Mehr dazu hier im Blog: Der Klimawandel ist ein Schmaus für den Kapitalismus.)

Im Gegensatz zur reinen Vorsorge sind die Vorteile dann nicht von der Hand zu weisen: Es würde zu einer Abkühlung der Atmosphäre kommen.

Aber die Nachteile hätten Auswirkungen, die wir heute nicht abschätzen können.

Da wir Menschen dazu tendieren, das Gewisshafte höher zu werten als das Ungewisse, neigen wir trotzdem dazu, solche problemlösenden Maßnahmen sinnvoller zu finden als die Vermeidung der Probleme. Wir reagieren lieber, als dass wir agieren. Außerdem zwingt uns Vorsorge zu Verhaltens- oder Gewohnheitsänderungen. Das mögen wir Menschen auch nicht.

Diese Denkfehler kommen uns schon bei der Entscheidung, für unsere individuelle Gesundheit, teilweise teuer zu stehen. Beim unterlassenen Umweltschutz gefährden wir dadurch aber die gesamte Menschheit und unzählige andere Lebewesen auf der Erde.