Der Klimawandel ist ein Schmaus für den Kapitalismus

Wenn der Klimawandel fortgeschritten ist, dann wird eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, welche zu Problemen führt, die wir kaum noch lösen können:

Der Meeresspiegel wird weiter steigen, es wird wärmer und wärmer. Wichtige Tierarten werden aussterben. Neue Krankheiten brechen aus. Unwetter werden immer stärker. Ganze Regionen trocknen aus, während andere überflutet werden. Nahrungsmittel und Trinkwasser werden knapp.

Wir Menschen werden dann immer mehr unsere eigenen Lebensgrundlagen künstlich aufrecht erhalten müssen.

Apropos 40 Grad: wir brauchen dann funktionierende Klimaanlagen, Medizin, die sich um Hitzleidende kümmert, gekühlte Gewächshäuser, Schutzkleidung, usw.… Diese Reihe kann man fast endlos weiter spinnen.

Alle diese Probleme sind groß. Sie lassen sich von kleinen Unternehmen oder findigen Einzelpersonen kaum noch lösen. Sogar Selbstversorger sind in Gefahr, weil normales Gemüse draußen vertrocknet oder verbrennt. Und die natürliche Verbreitung funktioniert dann auch nicht mehr. Weil die für die Befruchtung nötigen Insekten ausgestorben sind.

Die künstliche Welt

Riesige Unternehmen, wie z.B. Monsanto, werden dann (wie heute schon vielerorts üblich) gentechnisch manipulierte Saatguten und passende Schutzmittel verkaufen. Mit dem Unterschied, dass solches Saatgut in der Zukunft das einzige sein wird, das noch funktioniert.

Für die künstliche Welt, die wir dann haben, brauchen wir große Unternehmen. Die sind dazu in der Lage, die Probleme zu lösen… wenn sie es denn überhaupt schaffen?!

Kommt es soweit, könnte diese Konstellation zumindest ein Sieg für die großen Kapitalisten werden. Denn ab da geht es nur noch mit großen Unternehmen, die sehr viel Geld damit verdienen können, dass die Menschheit überhaupt überlebensfähig bleibt.

Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer weiter auseinander gehen. Es geht nicht mehr nur darum, wie groß das Haus, das Auto und das Ansehen einer Person oder Familie wird. Es geht um Nahrung, Luft, Wasser und das nackte Überleben.

In solchen Situationen ist es auch interessant, wie sich die politischen Systeme verändern. Wenn Großkonzerne für das Überleben verantwortlich sind, werden sie wahrscheinlich auch in der Politik viel zu sagen haben. In Ansätzen erleben wir das ja bei uns heute schon überall. Und wenn es zu keinem Aufstand kommt, könnte dann unsere Demokratie noch mehr in Gefahr geraten?

Weltweit könnte sich das Problem zwischen Staaten verschärfen. Welche Länder sind besonders vom Klimawandel betroffen? Und welche Staaten sind reich genug, um sich die Lösungen noch leisten zu können? Und wer könnte vielleicht von dem ganzen Desaster profitieren?

Wenn heute besonders „konservative“, wohlhabende Menschen den Klimawandel abstreiten oder relativieren, könnten sich dahinter vielleicht wirtschaftliche Interessen verbergen?

Scheinheilig

Donald Trump. der ja nicht nur als Präsident der USA, sondern auch als Großunternehmer bekannt ist, scheint sogar Geo-Enigneering fördern zu wollen (The Guardian - Englisch). Geo-Engineering nennt man (unerprobte) Technologien, um das Klima auf der Erde direkt zu beeinflussen oder zu steuern. Zum Beispiel durch das versprühen von Partikeln in der Atmosphäre, um die Sonne abzudunkeln. Mir gibt das zu denken, weil das der selbe Präsident ist, der aus dem Pariser Abkommen aussteigen will und sich gegen die Ursachenbekämpfung stark macht. Auf der anderen Seite will er aber Unternehmen fördern, welche mit den Folgen des Klimawandels sehr viel Geld verdienen könnten.
Das passt für mich nur zusammen, wenn man Reibach machen möchte. Nicht, wenn man Natur und Menschen vor größerem Schaden bewahren will.

Das Sahnehäubchen: Bruttoinlandsprodukt

Das alles wäre ja noch nicht ganz so schlimm, wenn es sich um die Vergehen einzelner handeln würde. Es wäre dann relativ einfach, neue Gesetze zu erlassen, die diese Menschen verpflichten, sich anders zu benehmen. Aber, es ist leider noch etwas schlimmer.

Die Wirtschaftspolitik der einzelnen Staaten richtet sich heutzutage nach einer Kennzahl namens Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP. Einfach erklärt, steht da drin, wieviele Umsätze in einem Land gemacht werden. Wenn ich eine Tiefkühlpizza kaufe, dann geht das in das BIP ein. Koche ich oder ernte ich etwas vom eigenen Balkon, nicht.

Wenn z.B. eine Firma etwas vermarktet, was vorher gemachte Schäden durch den Klimawandel wieder aufräumt oder es zumindest versucht, dann ist dies auch mit Zahlungen verbunden. Die gehen in das BIP ein und die lieben Politikerinnen und Politiker sehen, dass sie „erfolgreiche“ Wirtschaftspolitik machen.

Die Probleme, über die ich in diesem Beitrag schreibe, sind also fest in die Struktur unserer Gesellschaft „verdrahtet“ und leider positiv konnotiert. Wenn in den Nachrichten vom steigenden Bruttoinlandsprodukt die Rede ist, dann schlage ich vor, das auch mal skeptisch zu betrachten, obwohl dies von nahezu allen immer begrüßt wird…

Aber wenn es dazu kommt…

…und die Kettenreaktion in Gang gesetzt wurde – davon bin ich überzeugt – werden wir alle verlieren. Auch die Reichen. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es, auch mit viel Geld, in einer Kunstwelt noch so lebenswert wie heute ist.


Dies ist keine Kapitalismuskritik. Aber wir sollten uns überlegen, wie die Welt, in der wir leben möchten, aussehen soll. Vielen erscheint heute eine CO2-Steuer zu teuer oder übertrieben. Und gerne wird argumentiert, sie würde die ärmeren Schichten besonders treffen. Aber sie ließe sich auch relativ leicht sozial verträglich umsetzen. Und sowieso, sollten wir die Preise für das Leben in der Zukunft vor Augen haben… und wieviel dann noch für Gesundheit, Bildung, Kultur und Sonstiges übrig bleibt.