Positive Nebeneffekte beim Klimaschutz

Klimaschutz klingt in den Ohren vieler wie eine Bedrohung. Gründe dafür können verschiedener nicht sein:

All das sind valide Bedenken und ich kann die meisten von ihnen teilen. Klimaschutz bedeutet, dass Veränderungen in der Gesellschaft durchgeführt werden müssen. Die wirken sich nicht nur auf das Klima positiv aus. Sie bergen die Gefahr, auch in anderen Bereichen negative Konsequenzen zu haben.

Trotz all dieser Bedenken habe ich persönlich mehr Sorge, dass wir mit dem Klimaschutz scheitern. Und dann bekommen wir Probleme größeren Ausmaßes.

Obendrein bin ich fest der Überzeugung, dass wir als Gesellschaft in der Lage sind, unsere eigenen Vorgaben einzuhalten und sogar direkt davon zu profitieren!

Freilich wird es zwar auch „Verlierer“ geben. Das ist immer so. Aber ich wünsche mir von der Politik, dass diesen Einzelnen, die notwendige Unterstützung vom Rest der Gesellschaft zuteilwird. Denn das größte Risiko des ungebremsten Klimawandels wird sein, dass wir alle Verlierer werden.

Zu guter Letzt glaube ich, dass manche der Bedenken unberechtigt sind. Es braucht schlicht mehr Aufklärung dazu, welche Chancen und Risiken sich konkret aus Klimaschutzmaßnahmen ergeben.

Positive Nebenwirkungen der Klimaschutzmaßnahmen

Luftverschmutzung

Unser Klima wird angeheizt, hauptsächlich durch die Emission von CO2. Dieses entsteht beim Verbrennen fossiler Energieträger. Also durch das Abbrennen von Kohle, Öl und Gas. Neben CO2 werden bei der Verbrennung jedoch weitere Gase und Partikel in die Luft entlassen. Und einige davon sind schlecht für unsere Gesundheit und die Umwelt.

Verzichten wir also auf das klimaschädliche Verbrennen, verbessert sich die Qualität der Atemluft automatisch. Im Hinblick auf die 400.000 Toten jährlich(!), die unsere schlechte Luft in Europa verursacht, ein echter Hoffnungsschimmer.

Die Begrenztheit von nicht-nachhaltigen Energieträgern

Der Vorrat an fossilen Energieträgern ist begrenzt. Erdöl wird irgendwann nicht mehr zu verhältnismäßigen Kosten auffindbar sein. Auch Kohle wird knapp. Die Gasvorkommen ebenso. – Dann brauchen wir Alternativen zu diesen Energieträgern.

Heute schon ist China Nummer 1 unter den Ländern bei der Herstellung von Kraftwerken, die erneuerbare Energien nutzen. Während wir das heruntergefahren oder verschlafen haben.

Maßnahmen zum Klimaschutz hierzulande würde moderne Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Das würde wiederum dazu führen, dass wir nicht gänzlich von den Asiaten, im internationalen Wettbewerb, abgehängt würden.

Zudem kommen die fossilen Rohstoffe oft aus anderen Ländern. Dadurch machen wir uns abhängig von internationalen Verträgen und machen uns erpressbar.
(Beispielsweise die Ukrainer können ein Lied davon singen. Wenn sie wieder mit Russland im Klinsch sind, droht Russland mit der Erhöhung der Preise oder dreht am Gashahn. Infolge müssen sich die Ukrainer fügen, denn niemand will im Winter zu Hause frieren. Und ich war schon im Winter in der Ukraine. Es kann dort bitterkalt werden.)

Neben Gas sind wir auch vom Öl abhängig. Dies kommt meist aus arabischen Staaten, die teilweise Kriege führen, die wir nicht gut finden. Aber statt, dass wir Waffenlieferungen einstellen oder unsere Stimme erheben, bleiben wir europäischen Staaten still und schauen zu. Denn wenn Öllieferanten die Preise erhöhen, hätten wir wirtschaftliche Nachteile.

Ein Riesenvorteil wäre also, dass wir bei der Nutzung regenerativen Alternativen unabhängiger von internationalen Verstrickungen wären.

Weltweit in die Schlagzeilen sind auch Rohstoffkriege gekommen. Da werden Menschen ermordet und Orte bombardiert und Staaten destabilisiert, weil diese auf gewaltigen Ölvorkommen sitzen… Auch diese Art von Krieg wäre obsolet, wenn wir unseren Hunger nach diesen Stoffen reduzieren würden.

Unsere Zukunftsfähigkeit

Und dann gibt es noch einen weiteren interessanten Aspekt im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen in Europa. Viele Geschäftsmodelle hier basieren nämlich, mindestens teilweise, auf die Nutzung alter Technik. Es gibt zwar immer wieder kleinere Innovationen.

Beispielsweise werden die Autos sparsamer oder schadstoffärmer. An ihrer Grundstruktur (4 Gummiräder, Verbrennungsmotor, Fahrer), hat sich bisher kaum etwas verändert. – Wieso auch? Es gibt ja keinen Druck für Veränderungen.

Wenn sich aber lange nichts verändert wird – also die Unternehmen kaum oder kein Stress ausgesetzt sind – werden sie leicht angreifbar bzw. instabil. Kommt es zu besseren Angeboten, zum Beispiel aus dem Ausland, werden die unseren Unternehmen einen großen Schaden erleiden. Eine spannende Theorie dazu liefert dazu Börsenhändler und Autor Nassim Nicholas Taleb unter dem Begriff „Antifragilität“. Wie Unternehmen unter disruptiven Innovationen zu leiden haben, beschreibt Clayton M. Christensen in seinem Buch „The Innovators Dilemma“. Übrigens ist er auch der Mensch, der das Wort „Disruptive Innovation“ etabliert hat.

Das Opfer

„Schutz vor Klimaschutz“ schadet auf lange Sicht also unserer Wirtschaft. Unser Klima, unsere Gesundheit und langfristiger Erfolg werden also dem kurzfristigen Gewinn geopfert. Auslaufmodelle, wie Braunkohletagebau werden unterstützt, wohingegen die Solar- und Windkraftbranche, zumindest in Deutschland, not leidet.

Welche Vorstellung haben wir von der Zukunft? Und sind wir auf dem richtigen Weg dorthin?

Stellen wir uns die Zukunft vor. Gibt es da in ihr noch Braun- oder Steinkohle? – Nein. Gibt es noch Erdgas oder Öl? – Ebenfalls nein. Entweder wir haben es freiwillig in der Erde gelassen oder alles verbraucht.

In der Zukunft wird es aber all das nicht mehr geben. Das wissen wir sicher.

Aber mit welchen „Druck“, mit welchem Tempo bewegen wir uns auf diese Zukunft zu? Wie gut bereiten wir uns als Individuen, als Politik, als Gesellschaft darauf vor?

Also was genau macht uns am Klimaschutz noch Angst?


Tipp: Wechsle zu einem Ökostrom-Tarif

Hast Du schon einen Ökostrom-Tarif bei einem echten Ökostrom-Anbieter? Also einem Anbieter, der nur Ökostrom anbietet und keine alte Technologie querfinanziert?

Durch einen Anbieterwechsel kannst Du ganz einfach etwas für den Klimaschutz und den Wandel in der Energie-Branche leisten. Manche Anbieter verpflichten sich nämlich, in den Bau neuer Kraftwerke und Anlagen, und damit in den Ausbau erneuerbarer Energien, zu investieren. Dadurch förderst auch Du den Wandel hin zu einer positiven Zukunft.

Für welchen Anbieter ich mich entschieden habe und warum und was es sonst noch für gute Gründe gibt, zu einem Ökostrom-Anbieter zu wechseln, habe ich hier geschrieben:
Wie ich meinen Stromanbieter ausgewählt habe