Was ist der Klimawandel?

Wenn wir vom Klimawandel sprechen, dann meinen wir eine weltweite globale Erwärmung. In der Erdgeschichte gab es bereits viele Erwärmungen und Abkühlungen. Der aktuelle Klimawandel unterscheidet sich aber in vielerlei Hinsicht von den vorangegangenen Klimawandeln.

Hier eine Übersicht, der aus meiner Sicht wichtigsten Merkmale:

Die Geschwindigkeit

Anhand von Bohrungen, Berechnungen und anderen Quellen können Forscher ermitteln, wie sich die globalen Durchschnittstemperaturen in der Vergangenheit verändert haben. Der jetzige Klimawandel vollzieht sich ungefähr 100 mal schneller als alle Vorherigen. Wenn sich in der Vergangenheit das Klima verändert hat, änderten sich die Temperaturen um 4-5 Grad über 10.000 Jahre. Der aktuelle Klimawandel braucht für einen solchen Temperatursprung nur 100 Jahre, von 1999 bis 2099. Dies ist eine Hochrechnung, das heißt, wenn es weitergeht, wie bisher.

Die mutmaßliche Ursache

Nach Beginn der Industrialisierung, ab 1850 sind steigende CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre nachweisbar. Kurz darauf sind die durchschnittlichen Temperaturen weltweit angestiegen. Seit 1880 wird systematisch überall auf der Welt gemessen, weshalb wir über den Temperaturverlauf ziemlich genaue Daten haben.

CO2 (Kohlenstoffdioxid) ist ein ungiftiges Gas, welches natürlich in der Atmosphäre vorhanden ist. Bildlich gesprochen, ist es eine wärmende Decke um die Erde. Ohne CO2 und andere Klimagase, wäre die Erde eine große Eiskugel und Leben wäre hier nicht möglich.

Die Temperatur auf der Erde hängt empfindlich mit der Menge an Klimagasen in der Atmosphäre zusammen.

Seit dem wir Menschen mit Maschinen begonnen haben, fossile Brennstoffe aus der Tiefe zu holen, um damit zu Heizen, zu Reisen oder Produkte zu erzeugen, ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre angestiegen. Denn bei der Verbrennung dieser Materialen entsteht CO2, welches dadurch in die Atmosphäre gelangt.

Und mit dem Anstieg der CO2-Konzentration ist auch die globale Durchschnittstemperatur gestiegen.

CO2 befand sich in der Vergangenheit im sogenannten Kohlenstoffkreislauf. Beispielsweise Bäume und andere Pflanzen haben CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen. Andere Lebewesen fressen die Pflanzen und verbrennen sie. Dabei atmen sie das CO2 wieder aus.

Auch wir Menschen verbrennen unsere Nahrung. Aus der Ernährungswissenschaft kennen wir die Kohlenhydrate. Sie wurden von Pflanzen erzeugt, die Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Atmosphäre genommen und zu Kohlenhydraten umgewandelt haben.

Durch die Verbrennung gelangt CO2 in die Atmosphäre zurück, wo es von anderen Pflanzen wieder aufgenommen wird. Auf diese Weise war die CO2-Konzentration im Gleichgewicht. Auch wenn ein Lebewesen gestorben ist, gelangte der Kohlenstoff aus seinem Körper wieder zurück in die Atmosphäre.

Wenn Menschen heute Kohle verbrennen, dann verbrennen sie die Pflanzen, die vor Millionen von Jahren auf der Welt standen. Diese Pflanzen haben den Kohlenstoff aus der Atmosphäre von früher in sich gebunden.

Damals hat sich das Klima stark von unserem Heutigen unterschieden. Und mit den Pflanzen ist eine Menge Kohlenstoff in das Innere der Erde gelangt.

Wir Menschen holen es an die Oberfläche, verbrennen es in relativ kurzer Zeit und bringen es in unsere Atmosphäre. Darüber hinaus haben wir viele Wälder gerodet, die das CO2 ansonsten wieder aufgenommen hätten. Dadurch steigt die CO2-Konzentration und damit die globale Durchschnittstemperatur.

Neben Kohle fördern wir auch Öl und Gas zu Tage, welche sich ebenfalls vor Jahrmillionen gebildet hatten und beim Verbrennen CO2 erzeugen.

Die Folgen weltweit

Seit dem wir Menschen zusätzliches CO2 in die Atmosphäre bringen, welches zuvor sicher unter der Erde verborgen war, sind die globalen Temperaturen um durchschnittlich 1,1 Grad (Stand 2019) angestiegen. Durchschnittlich heißt, dass sie nicht überall auf der Welt gleich schnell ansteigen. Über dem Meer ist die Temperatur noch nicht so stark angestiegen, wie auf dem Land. In Deutschland laut Deutschem Wetterdienst schon um ca. 1,4 Grad.

Wir haben in Deutschland ein relativ gemäßigtes Klima. Bei uns werden die Sommer aber auch schon merklich immer wärmer. Immer häufiger kommt es in Deutschland zu Waldbränden. Außerdem sterben hierzulande immer mehr Bäume ab, da sie unter den gestiegenen Temperaturen leiden. Es kommt zu Ernteausfällen, Dürren und mancherorts bereits zu Wasserknappheit im Sommer.

Wenn im Sommer bei uns die Klimaanlagen in den Zügen ausfallen, hängt das auch mit dem Klimawandel zusammen. Denn in den 90er-Jahren als die ersten Baureihen ICE entwickelt und gebaut wurden, hatte man noch nicht mit so hohen Temperaturen im Sommer gerechnet. Heute kollabieren genau diese ICE-Klimaanlagen. (Neuere Baureihen sind übrigens für bis zu 45 Grad konzipiert. Mal sehen, wie lange sie halten. 42,6°C haben wir im Jahre 2019 in Deutschland ja schon geknackt.)

In anderen Ländern und Gegenden auf der Welt sind die Veränderungen verheerender. Vor allem in weiten Teilen Afrikas, entlang der Küsten, auf Inseln, im Gebirge, an Seen und in den Wäldern leiden viele Menschen heute unter den Auswirkungen.

Während wir uns Lösungen leisten können und z.B. Ernteausfälle durch Importe ausgleichen und unsere Versorgung sicherstellen können, ist der Klimawandel in armen Gegenden schon heute tödlich.

Die Folgen sind, dass Menschen verhungern, verdursten, verbrennen und umsiedeln, also ihre Heimat verlassen müssen. Das macht den Klimawandel zu einem hauptsächlich sozialen Problem für die Menschheit. Manchen Menschen geht es schlechter als anderen. Und unfairer ist, dass die Verursacher meistens die Menschen sind, denen es besser geht.

Die Zukunft

Wir Menschen sind schlecht darin, die Zukunft vorherzusagen. Was all die Probleme oben mit sich bringen, können wir nur erahnen. Und da das Problem komplex ist, kann niemand wissen, wie es genau weitergeht.

Das Klima hält sich allerdings an die Regeln der Physik und lässt sich deshalb halbwegs gut vorhersagen. Es gilt als sicher, dass wir mit jedem bisschen weiteren CO2-Ausstoß aus fossilen Quellen, die Temperaturen zusätzlich ansteigen lassen.

Einige der Folgen sind absehbar. Wird es wärmer, so schmilzt Eis. Auch das lässt sich heute schon gut zeigen. Die Polkappen verlieren Eis, in Grönland verschwindet Eis, Gletscher ziehen sich zurück, es schneit weniger, usw.

Dadurch gelangt mehr Wasser ins Meer. Das lässt das Meer weiter ansteigen. Das Wasser wird auch wärmer, dadurch dehnen sich die Meere noch weiter aus.

CO2 aus der Atmosphäre wird teilweise von den Meeren aufgenommen, weshalb diese immer saurer werden. Korallenriffe, die auch wichtige Funktionen zur Klimaregulierung und Nahrungsversorgung für Menschen haben, sterben ab. Das Leben im Meer verändert sich.

Auch an Land hat ein Mehr an CO2 Auswirkungen. Beispielsweise fangen Pflanzen früher an, Blätter und Pollen zu produzieren, da sie über die Luft mit CO2 gedüngt werden. Allergiker können ein Lied davon singen.

Kipppunkte

Aber, wenn z.B. das Eis weniger wird, steigen nicht nur die Meere. Dann verdunkelt sich die Erdoberfläche. Denn Eis ist weiß und Wasser ist dunkel. Wie jeder weiß, sollte man im Sommer eher helle Kleidung tragen, da die sich nicht so stark erwärmt, wie dunkle. Und genau das passiert auch mit der Erde. Sie wird infolge der vergangenen Erwärmung noch wärmer.

Unter manchen Eisflächen, z.B. in Sibirien, verbergen sich große Mengen an Methan. Das wirkt noch stärker als CO2 auf das Klima. Wenn das Eis dort schmilzt, gelangt das Methan in die Atmosphäre und sorgt für eine noch stärkere Erwärmung ebendieser.

All diese Kettenreaktionen lassen sich schlecht prognostizieren. Wir wissen zwar, dass sie stattfinden werden, wenn es warm genug wird. Aber wir wissen nicht, ab welcher Temperatur es kritisch wird. Wenn wir also die kritische Temperatur erreichen, dann wird der Klimawandel ein unbändiges Monster, dann haben wir keine Möglichkeit mehr, ihn zu stoppen. Es wird immer schneller immer wärmer. Und die Folgen lassen sich davon nur noch erahnen.

Die größte Gefahr ist auch hier wieder der Mensch.

Werden die Ressourcen knapp, dann neigen wir dazu, Kriege zu führen, um an sie heranzukommen. Auf der Welt gibt es heute schon genug Massenvernichtungswaffen, um die Erde unbewohnbar zu machen. Die Kriege im Jemen und in Syrien sind in Folge von Dürrejahren entstanden. Ein Zusammenhang zur globalen Erwärmung ist auch hier nicht auszuschließen.

Eskaliert also die Situation, könnte sein, dass wir uns als Menschen „den letzten Rest“ geben und uns selbst brutal ausrotten.

Lösungen(?)

Die Klimawissenschaftler sagen übrigens, dass diese sogenannten Kipppunkte erreicht werden, wenn es weltweit wärmer als 1,5 Grad Celsius im Durchschnitt wird. Darum hat sich die überwiegende Mehrzahl der Staaten, beim Abkommen von Paris, geeinigt, die Temperatur unter 1,5 Grad Celsius zu halten.

Aber sicher sind sich die Forscher dabei nicht. Es könnte schon heute zu spät sein.

Und sieht man, wie schlecht einige Staaten darin sind, wirkungsvolle Gesetze zu entwickeln oder Streitigkeiten zwischen den Menschen in den wohlhabenden Ländern, den Prozess blockieren…
dann muss man sich fragen, ob das Abkommen überhaupt erfüllt werden kann und ob sicher Klimawandel überhaupt aufhalten lässt.


Was ich dazu meine:

Ich denke, dass jedes Gramm CO2 mehr ein Gramm CO2 zu viel ist. Wir wissen heute genau, dass sich das Hochholen von CO2 aus der Erde auf das Weltklima wärmend auswirkt. Deshalb habe ich beschlossen, meinen persönlichen CO2-Fußabdruck zu verkleinern. Wie das geht, beschreibe ich in weiteren Beiträgen.

Je schneller wir agieren, desto einfacher sind die Probleme, die wir später lösen müssen.

Und darum freue ich mich persönlich über jeden einzelnen Menschen, jedes Dorf, jede Stadt, jeder Kreis, jedes Land, alle, die beschließen den Weg zu gehen, etwas effektives gegen die Klimakrise zu tun. Damit die Klimakrise keine Klimakatastrophe wird.

Ich freue mich auch, wenn Du mir eine E-Mail an hallo@yohoe.de schreibst, wenn Du Fragen hast, wie Du einen positiven Beitrag leisten kannst. Ich helfe Dir gerne weiter.


Übrigens gibt es interessante Fakten zum Klimawandel auch hier zu lesen: klimafakten.de

Interessante Quellen zum Weiterlesen finden sich übrigens in deutscher Sprache in den sehr ausführlichen Beiträgen zu