Wie ich meinen Stromanbieter ausgewählt habe

Der menschliche Energiebedarf ist einer der Haupttreiber der Kimakrise. Denn durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas wird CO2 in die Atmosphäre entlassen. Außerdem ist der Abbau dieser „Brennstoffe“ problematisch, sodass wir dringend Alternativen brauchen.

Strom aus Kernenergie ist mit sehr hohen Risiken verbunden, welche ähnlich wie der Klimawandel, erhebliche Umweltschäden, in gigantischem Ausmaß mit sich bringen können. Der Abbau des notwendigen Urans ist ebenfalls problematisch. Und für die Lagerung der ausgedienten Brennstäbe gibt es keine gute Lösung. Mit der Nutzung von Kernenergie delegieren wir die Verantwortung für die radioaktiven Abfälle bis hin zu Generationen, die erst in tausenden von Jahren auf die Welt kommen.

Man muss sich das mal vorstellen: Jemand findet in 20.000 Jahren in einer Höhle ganz seltsame, rostige Fässer, mit einer Schrift und einem Zeichen, die er nicht lesen kann. In ferner Zukunft wird unsere Schrift, für die dann lebenden Menschen, vergleichbar sein, mit den Höhlenmalereien der Steinzeitmenschen für uns. Was wird passieren? Was kann passieren? Und können wir den Menschen wirklich die Verantwortung zuschieben, mit hoch-radioaktiven Stoffen umzugehen? Nicht auszudenken, wenn Naturkastrophen Handlungen erforderlich machen, die künftige Menschengenerationen ausführen müssen, weil sie unseren Müll geerbt haben?

Glücklicherweise gibt es heutzutage vernünftige Alternativen. Am leichtesten geht das beim Strom:
durch den Umstieg von einem klassischen Stromanbieter (die einen Mix aus allen genannten Energiequellen und einen Teil Ökostrom verwenden) zu einem reinen Ökostrom-Anbieter.

Kriterien für gute Ökostrom-Angebote

Gute Ökostrom-Anbieter zeichnen sich dadurch aus, dass sie ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen anbieten, also aus Wasser, Wind, Sonne, Biogas oder Erdwärme.

Außerdem investieren sie einen Teil der Erlöse in den Ausbau neuer Kraftwerke, um auf diese Weise die Energiewende voranzutreiben.

Ein solcher Stromanbieter sollte nicht im Besitz von Unternehmen sein, deren Geschäftsmodell auf nicht-nachhaltigen Energieträgern basieren, um Quersubventionierung der alten Technologien zu vermeiden. Außerdem sollten die Ökostrom-Anbieter nicht an Kraftwerken beteiligt sein, welche nicht aus den oben genannten Quellen Strom erzeugen.

Dies sind die wichtigsten Kriterien für einen guten Stromanbieter. Zumindest für jene, die mit ihrem Geld ein Zeichen setzen möchten und erneuerbare Energien fördern wollen. Diese Stromanbieter erkennt man übrigens einfach am OK-Power-Label oder am Grüner-Strom-Label.

Es gibt sehr viele gute Anbieter auf dem Markt und für welchen Du Dich entscheidest, hängt ganz von Deinen persönlichen Präferenzen ab. Das kann der Strompreis sein, die Art der Stromerzeugung oder die Standorte der betriebenen Kraftwerke.
Oder der Service, die Organisationsform, die Nähe, wo Deine Freunde und Familie ebenfalls Kunde sind, Vertragslaufzeiten, Grundgebühren, geförderte Projekte, Gründungszeitpunkt, usw…

Die meisten Stromanbieter bieten zudem einen einfachen Wechselservice an. Wenn Du dort einen Vertrag abschließt, setzen sie sich mit Deinem aktuellen Anbieter in Kontakt und kümmern sich um alles weitere. Somit ist der Wechsel des Stromanbieters womöglich einer der einfachsten Schritte zu mehr ökologischer Nachhaltigkeit.

Übrigens ist Deine Stromversorgung immer sichergestellt. Es kommt nicht zu einem Stromausfall, während Dein Tarif sich ändert. Und auch an wolkigen Tagen, ohne Wind, wird weiterhin Strom für Dich zur Verfügung stehen.

Beispiel: Wie ich mich entschieden habe

Ich habe mich für Polarstern Energie als Anbieter entschieden.

Der Anbieter sitzt in meiner Heimatstadt München. Auf einigen Konferenzen und Veranstaltungen, die ich besucht habe, waren auch immer wieder Leute von Polarstern. Beispielsweise interessieren sie sich auch für New Work und Nachhaltigkeit. Da ich persönliche Kontakte sehr mag, war das für mich ein klares Kriterium für Polarstern.

Zudem betreiben sie ein Wasserkraftwerk in der Nähe von München, welches ich auch demnächst einmal besichtigen kann. Mir gefällt ebenso der Service, die Website finde ich sehr ansprechend und die Projekte, welche sie weltweit fördern, finde ich toll. Auch in München kümmern sie sich um die Umwelt, indem sie sich jährlich mit einigen Kunden auf den Weg machen und Bereiche rund um die Isar von Müll zu befreien.

Zu guter Letzt sind sie Mitglied in der Gemeinwohl-Ökonomie. Sie lassen sich alle zwei Jahre eine Bilanz aufstellen, in der nicht nur wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielen, sondern auch der soziale Nutzen des Unternehmens. Ich finde den Ansatz sehr ansprechend und kann mir das als ein Wirtschaftsmodell der Zukunft sehr gut vorstellen. Deshalb geht Polarstern für mich in genau die richtige Richtung.

Ebenso gut gefallen mir Greenpeace Energy und die Bürgerwerke. Beide Anbieter sind Genossenschaften. Diese finde ich, ähnlich wie die Gemeinwohl-Ökonomie, sehr zukunftsträchtig. Das schöne an gut geführten Genossenschaften ist: Man kann sich dort nicht über den Tisch ziehen lassen, da man selbst Anteilseigner ist. Als Genossenschaftsmitglied ist man Eigentümer und Kunde zugleich. Genossenschaften sind so etwas wie ein Zusammenschluss von Menschen, die sich gemeinsam für ihre Versorgung einsetzen. Für mich sieht so die Wirtschaft der Zukunft aus.

Es gibt aber noch zahlreiche weitere großartige Ökostrom-Anbieter. Ich finde es spannend, zu sehen, welche zukunftsweisenden Projekte man mit seiner ganz normalen Stromrechnung fördern kann!

Eine Übersicht der verschiedenen empfehlenswerten Anbieter findet sich beispielsweise bei der EcoTopTen, auf den Webseiten der Ökostrom-Labels oder eine engere Auswahl bei Utopia.de.

Wichtig: Auch wenn Du zu einem grünen Stromanbieter gewechselt bist, ist es sinnvoll, Strom zu sparen. Nicht nur, um Deinen eigenen Geldbeutel zu schonen. Denn auch Ökostrom belastet die Umwelt und je weniger wir davon brauchen, desto besser. Außerdem stehen so mehr Kapazitäten für andere und für mehr Kunden zur Verfügung.


Mit YOHOE.de habe ich den Anspruch, eine Website frei von Werbung zu betreiben. Diese Seite ist nicht kommerziell und ich beschreibe in diesem Beitrag lediglich, nach welchen Gesichtspunkten ich meinen eigenen Stromanbieter ausgesucht habe. Dies dient nur der Anregung. Du kannst Deine eigenen Kriterien bei der Auswahl Deines Stromanbieters haben und eine ganz andere Entscheidungen treffen und sinnvoll finden als ich.

Solltest Du Dich dennoch für Polarstern entscheiden, kannst Du auch diesen Link nutzen. Wenn Du über diesen Link einen Vertrag abschließt, erhalten wir beide eine Gutschrift in Höhe von 20 Euro. Den mir gutgeschriebenen Betrag werde ich an Greenpeace spenden. Selbstverständlich kannst Du die Seite auch ohne meinen Link aufrufen. Hier geht es ohne Empfehlungslink zu Polarstern Energie: https://www.polarstern-energie.de/